Montag, den 16. Mai 2011 um 12:18 Uhr

wato_gonowandlive

WE ARE THE OCEAN "Go Now & Live" 

SKALA 1 BIS 10: 8

RELEASE: OUT NOW

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OUT ON: HASSLE RECORDS 

 

 

Was ist denn hier los? Noch wärhrend sich der Opener "Trouble is Temporary, Time is Tonic" durch den Player flitzt, drehe ich  ungläublig die Hülle von WE ARE THE OCEANs zweitem Album "Go Now & Live". Die Stimmung erinnert mich an so ziemlich alles positiv Strozende, was ich von THE KILLERS oder WOLFMOTHER kenne. Allein dieser unerwartete Start stimmt mich günstig. Zu viele Post-Hardcore Bands kommen nach erfolgreichem Debüt auf die vor noch nie dargewesene Idee, das Bekannte zu recyclen und mit
zusätzlichen Synthie-Samples zu versehen, um das dann abschließend noch fetter zu produzieren. Der Fünfer aus Essex in England tut dies nicht, und das ist lobenswert.

Der Schreibeprozess hat Gitarrist Alfie Scully mehr Platz für wunderschöne Läufe beschert, die Rhythmusarbeit passiert diesmal verstärkt nur durch Jack Spence am Bass und Tom Whittaker an den Drums. Die Vorabsingle "What It Feels Like" punktet von der Verlagerung der instrumentalen Werte. "The Waiting Room" eröffnet eine weitere Neuerung in der Klangvielfalt der Band: Schreihals Dan Brown ergänzt Liam Cromby als zweite "richtige" Stimme der Combo. Seine deutlich rauhere Stimmfärbung fügt sich sehr gut ein, ganze Strohenteile gehören ihm allein. "Trials and Tribulations" wird in den Versen sogar vollständig von ihm bedient.

Die deftigeren Nummern "Overtime is a Crime" und "Godspeed" kommen prima ohne fette Gitarrenbretter aus, und ziehen ihre Tinte für den Füller aus erhöhtem Tempo, warmem Rock'n'Roll Klang und wütenem Dave Grohl Gemecker. "Now and Then" verabschiedet sich dann komplett in Traumland postrockiger Gefilde, bevor Off-Beats im Refrain den Hörer freundlich auf die Trommelfelle tippen. Definitv ein Anspielltipp neben "The Waiting Room" und "Overtime is a Crime".

Mit "Runaway", "Follow What You Need" und "Before I Die" (Geheimtipp!) liefern die britischen Szenedurchstarter weitere großartige Songs ab. Was wirklich überzeugt, ist die Tatsache, dass sich die Band nicht auf ihrem Steckenpferd Cromby allein ausruht, sondern im Gesamtkonzept einen sauberen Schritt in Richtung Mainstream-Rock gehen. Sie verlassen dabei ein Gerne, indem sie trotz auffällig schöner Gesangstimme langfristig vielleicht untergegangen wären. Trotzdem habe ich als Kenner des ersten Albums nach erstmaligem Durchlaufen der zweiten Scheibe klar die selbe Band im Kopf. Erwachsener (Alternaitve-)Rock ohne Angst vor der eigenen Jugend. Die Überraschungsentwicklung des Jahres für mich bis jetzt!

Denis 2011

 

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