| Freitag, den 13. Mai 2011 um 12:35 Uhr |
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CALIBAN „Coverfield EP" SKALA 1 BIS 10: 7 RELEASE: OUT NOW MySpace / Facebook / calibanmetal.com OUT ON: CENTURY MEDIA RECORDS
Na da ist doch noch ein Nachtrag fällig. In den Tiefen meines Rezensionspools sind CALIBAN glatt untergegangen, obwohl sie mit ihrer 4 Song leichten Scheibe glatt hätten oben schwimmen müssen. Mit dem augenzwinkernden Titel Coverfield (bei welchem Filmabend ist ihnen denn das eingefallen) schickt das deutsche Metalcore Urgestein eine EP zum Auftakt ihrer Europa Tour ins Rennen und verbeugt sich damit tief vor musikalischen Vorbildern & Glanzlichtern. Die Verbeugung wäre noch besser, wenn sie auch nach Berlin kämen – Man kann eben nicht alles haben. Die ersten Grüße gehen gleich mal ein paar Stockwerke nach oben (oder eben unten) an den mittlerweile leider verstorbenen Peter Steele. Mit My Girlfriend‘s Girlfriend wird ein alter TYPE-O-NEGATIVE Klassiker mal eben metalcorig ins 21. Jahrhundert geholt. Von Gothic-Attitüden ist hier zwar nichts mehr zu hören, dafür hat man den Groove aber 1A getroffen und der Song ist allein schon wegen dem durch Mark und Bein gehenden Introschrei ein super Opener. Mein persönlicher Lieblingssong der EP. RAMMSTEIN‘s Märchen Song „Sonne“ musste als nächstes dran glauben und bekommt ein dickes Vocal- und Gitarren-Upgrade. Die kleinen aber effektiven Rhythmusänderungen bringen Abwechslung in den hinreichend bekannten Songablauf. Und warum Rammstein von vornherein keine Double Bass eingesetzt haben, wissen sie wahrscheinlich seit dieser Version selbst nicht mehr so richtig. Abgesehen davon war ich verdudzt, dass Deutsche, die deutsche Songs nachsingen dabei so amerikanisch klingen können. Nahezu originalgetreu hat man die schwedischen Melodic-Death-Metaller von AT THE GATES umgesetzt. Ihr All Time Favourite Blinded by Fear musste ja schon zu so mancher Verschlimmbesserung herhalten ( Ich bevorzuge Fleshgod Apocalypse‘ Version) wird aber hier allenfalls aufpoliert statt verunstaltet. Sound- und Musikästhetik unterscheiden sich ohnehin nicht großartig von Calibans sonstigem Schaffen und so wirkt die Nummer solide aber wenig spektakulär. Der wohl fieseste Unterschied ergibt sich offensichtlich zum Helter Skelter Original von den BEATLES aus dem Jahr 1968. Ja, DIE Beatles. Dass nach 43 Jahren musikalischer Entwicklung vom Originalklang nichts mehr übrig geblieben ist, sollte klar sein. Mit Blast-Parts und High-Gain Gitarrenwänden entwickeln Caliban hier lieber ihren gänzlich eigenen Song, der im Übrigen überhaupt nichts mit Charles Manson zu tun hat, sondern mit einer harmlosen Freizeitparkrutsche, die die 4 Pilzköpfe aus Liverpool da besungen haben. Und wer glaubt, dass ein Emmure-mäßiger Breakdown nicht in einen Beatles Song passt, der hört in die Scheibe mal rein. Fazit : Streckenweise unfreiwillig komisch aber kurzweilig äußerst unterhaltsam. © Arne Gerstädt 2011 Tracklist : 01 My Girlfriends Girlfriend (Type O Negative Cover) Gesamt: 13 Min. |