| Dienstag, den 03. Mai 2011 um 11:14 Uhr |
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ARCH ENEMY "Khaos Legions" SKALA 1 BIS 10: 7 RELEASE: 27.05.2011 MySpace / Facebook / archenemy.net OUT ON: CENTURY MEDIA RECORDS
Ich hatte es geahnt! Nach dem neuen Video hatte ich es verdammt nochmal geahnt - diese Review wird eine Gradwanderung. Letzte Woche setzten ARCH ENEMY mit ihrem Clip zu „Yesterday Is Dead And Gone“ den Startschuss zur ihrer KHAOS LEGIONS Promo-Kampagne. Und wie befürchtet bin ich hin und her gerissen zwischen melodischem Death-Metal der Marke „Alter Schwede!“ und der traurigen Einsicht, dass ich eben doch nicht das bekommen habe, was ich eigentlich wollte - nämlich ein neues Arch Enemy Album! Ach menno ... Gab es mit dem letzten Full-Length-Silberling nur aufgewärmte Songs der ersten Schreiben, hoffte man nun auf endlich neues Material. Poppige Nackenbrecher wie „No Gods, No Masters“ und das hitverdächtige „Bloodstained Cross“ erfüllen diese Erwartungen mühelos und erinnern sogar an altes Gassenhauer-Gebrüll vom Format „We will Rise“. Viel weiter wagt man sich aus dem weitreichenden Masterpiece-Schatten der “Anthems of Rebellion” allerdings nicht heraus. Zu uninspiriert und kraftlos wirken die hier besungenen Legionen des Khaos, die es nicht schaffen gegen die eigenen stilistischen Strickmuster aufzubegehren. Ähnlich dem Kommerz-Punker der sich seine schicken Chucks nicht schmutzig machen will, weil er auf dem Weg zur Demo durch ein paar schmuddelige Pfützen muss, verbleiben die fünf Schweden auf den sauber geleckten Pfaden aus alten Zeiten und verlassen sich lieber auf ihren makellosen Studiosound. Mit organisch sauber wirkenden Drums, ausgezeichneter Low-End Arbeit und messerscharfen Gitarrenwänden der Marke „Krankenstein“ perfektioniert Produzent Richard Bengtsson den bekannt druckvollen Andy-Sneap-Sound inklusive Arch Enemy typischer Tremolo Exzesse und Gitarren-Griffbrett Akrobatik. Sogar Front-Power-Frau Angela Gossow hat sich ein bisschen die „Stimm“schrauben einstellen lassen. Ob mit der Gesanglehrerin oder im Studio sei jetzt mal dahingestellt - auf jeden Fall ging es abwärts. Aber der beste Klang nützt eben doch nichts, wenn die Message nicht stimmt. Dabei hätte auch alles anders kommen können. Warum nicht mal die drückenden Death-Metal Tendenzen aus „Through the Eyes of a Raven“ ausbauen und mit dem klassisch-melodischen Genie eines Michael Amott kombinieren. Nein? Warum nicht? Wer mit „Cruelty Without Beauty“ sogar einen Song abliefert auf den Dani Filth neidisch wäre, wird sich ja wohl kaum darum scheren, eventuell ein paar Headbanger vor den Kopf zu stoßen. Nicht dass man mich an dieser Stelle falsch versteht. Khaos Legions ist, wie man es von Arch Enemy auch nicht anders erwartet, keine schlechte Platte. Sie verspielt aber mit diesem ständigen „Das-habe-ich-doch-schon-mal-gehört“-Gefühl zu viel Potential, um an die Erfolge von früheren Veröffentlichungen anknüpfen zu können. Audiophile Metalheads und Arch Enemy Anhänger dürfen dennoch gefahrlos zugreifen. Allen anderen empfehle ich schweren Herzens die Anthems of Rebellion und alles davor. Deswegen leider nur 7 Punkte - ich hätte gern mehr gegeben. Schade. Tracklist : 01 Khaos Overture (Instrumental) - Gesamt: 55 min |