| Freitag, den 08. April 2011 um 11:15 Uhr |
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CAVALERA CONSPIRACY "Blunt Force Trauma" SKALA 1 BIS 10: 7 RELEASE: OUT NOW MySpace / Facebook / cavaleraconspiracy.com OUT ON: Roadrunner Records
Ja, ja ich weiß ich bin spät dran, ist das Album der SEPULTURA Nachlassverwalter doch schon ein paar Tage auf dem Markt. BLUNT FORCE TRAUMA, ein Titel wie er passender nicht hätte sein können - ein stumpfer Schlag auf die Dreadlocks. Ex MACHINE HEAD Logan Mader nahm die Produktion der zweiten Cavalera-Reunion-Scheibe in die Hand, die man wohl am besten irgendwo zwischen Post-Hardcore, 80er Thrash und SEPULTURA B-Seiten einordnet. Dass man 11 Songs in 35 Minuten abhandeln kann, schreit zwar ähnlich laut nach Slayer wie die Qualität der Lyrics (Torture, Motherf***ing Torture !!), trägt aber in hohem Maße zur aggressiven Grundstimmung bei. Marc Rizzo musste man für die halbe Stunde brachialer Gewalt ebenfalls mächtig bremsen, spielt der Soulfly/ Ill Nino Gitarrist doch abgesehen von ein paar wenigen Soli stetig unter Niveau. Fans kennen aber ohnehin die Soloplatte - Für alle die es nicht tun, sei an dieser Stelle THE ULTIMATE DEVOTION empfohlen. Und auch sonst passt alles wie die Titel beschreibende Faust aufs Auge. 0815 Donner-Drum-Sound, High Gain Guitars from Hell und Titel wie „Killing Inside“, „Lynch Mob“ und „Warlord“ lassen das angestrebte Testosteron-Level erahnen und werden ihm auch gerecht. Ich könnte an dieser Stelle nun ausschweifen und auf versteckte Kleinode in Form von ausgefuchsten Drumfills hinweisen. Ich könnte von musikstrukturellen Hommagen an den 80 Jahre Thrash erzählen, und die durchweg präsenten Ohrwurm-Riffs erwähnen, um die Platte noch ein bisschen wertvoller machen, wenn nicht ein einziges Verkaufsargument längst ausreichen würde, um Tausende Fans zugreifen zu lassen. Und zwar, dass in dick gepressten Lettern Cavalera auf dem Cover steht. In diesem Zusammenhang beweist sich eindrucksvoll eines der eigenartigsten Prinzipien der Kunstvermarktung. Je bekannter du bist, desto weniger Neues musst du machen, um damit Erfolg zu haben. CHILDREN OF BODOM haben dieses Vorgehen sogar noch perfektioniert, indem sie scheinbar ein und das selbe Album seit einem Jahrzehnt immer und immer wieder veröffentlichen. Grandios. Ganz so dreist wie die Finnen um den Grim Reaper sind Iggor und Max dann doch nicht, unternehmen sie doch mit Songs wie Target und Blunt Force Trauma zum Teil sehr gelungene Exkursionen in melodische Klanglandschaften, um sie anschließend mit sehr bezeichnenden Stücken a lá „Thrasher“ als einen tristen Acker wieder zu verlassen. Doch prinzipiell bleibt man bei den Saiten die man sich schon vor 20 Jahren aufgezogen hat. Keine Überraschungen, kaum Experimente, noch weniger Kompromisse. Deswegen dürfen Cavalera-Jünger auch ungeniert zugreifen. Alle anderen sollten sich die Frage stellen wie viel Innovation sie von einem halbstündigen Tritt in den Hintern erwartet haben. © Arne Gerstädt 2011
Blunt Force Trauma Tracklist: 01 Warlord
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