| Mittwoch, den 09. März 2011 um 15:30 Uhr |
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EMMURE "Speaker Of The Dead" SKALA 1 BIS 10: 6 RELEASE: OUT NOW OUT ON: Victory Records
Was haben ein beschaulicher Kirchengang am Sonntagvormittag und die Deathcore-Band aus Connecticut gemeinsam? Genau, gar nichts. Deswegen stört's auch nicht, dass EMMURE mit den ersten beiden Titeln ihres fünften Albums "Speaker Of The Dead" mit so viel Nächstenliebe durch die Wand kommen, wie ein Bulldozer, der sich Kraft seiner acht Tonnen Leergewicht in genau mein Haus verguckt hat. "Children Of Cybertron" und "Area 64-66" buddeln mit fiesen Tritoni und heavy Rhythmuswerkzeugen ein tiefes Loch in den Boden, verschanzen sich darin, und führen ihre Kamikaze mit "Dogs Get Put Down" weiter. "Demons With Ryu" lässt dann als erste Nummer eine Struktur erkennen. Straighte Strophenbeats und schon fast melodiöse Riffings machen den Song zu einem der Anspieltipps! Natürlich beißen sich EMMURE auch im Mittelteil wieder dank Breakdown durch ganz hartes Granit. Breakdown Nummer zwei am Ende erinnert an die Einleitung von A DAY TO REMEMBERs "2nd Sucks", schon allein wegen der Ansage des Ringrichters des legendären Spiels "Streetfighter II" aus den Partypower-90ern, der den Hörer bittet, die Futterlucke doch weit aufzumachen, damit's richtig schön weh tun kann. "Eulogy Of Giants" macht dann mit deutlich weniger schreiberischem Einfallsreichtum weiter, und bietet außer mehreren Breakdowns nicht viel.
Düster gestalten die Jungs "Bohemian Grove", der mit wanderndem Charakter und melancholischen Synthies im Hintergrund zeitweise an DEFTONES' "When Girls Telephone Boys" erinnert. Der Dosenöffner "Cries Of Credo" brettert dann wie ein, zwei Songs davor eher unwichtig durch die Boxen, bevor mit "Last Words to Rose" noch eine Überraschung über die Rille fährt. EMMURE offenbaren melodische Gitarrenläufe, klares Schlagzeug und einen verzweifelten Frank Palmeri. Der ganze Track scheint sich vom Deathcore zu verabschieden, um fast schon nach Emocore zu klingen. Dennoch haben die harten Jungs keinen Grund zur Sorge: es wirkt eben nur fast so. Der saubere Ansatz von "Felony" fehlt "Speaker Of The Dead" völlig, denn hier werden die Gerne-Bäume mit einem Höllenbieber umgehackt. Die Scheibe ist ein echt rüder und fetziger Ausbruch, beim nächsten Mal sei aber mehr Innovation gewünscht. Review von Denis Winkelmann |