Mittwoch, den 09. März 2011 um 15:25 Uhr

vearawwlb

VEARA"What We Left Behind" 

SKALA 1 BIS 10: 3

RELEASE: OUT NOW

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OUT ON: Running Man Records / Epitaph

EpitaphLogo

 

 

VEARA trällern mit ihrem Opener "We Have A Body Count" durch meine Räumlichkeit, während ich irritiert das Cover wende und drehe. Sicherlich macht die Musik die Band aus, und nicht umgedreht die Band (plus Design) die Musik. Langsam erreicht die Komikkritzelei bei diesen Pop-Punk/ Rock Nachzüglern aber eine kritische Masse. Egal. Genauso wie die Musik der vier jungen Flitzer aus Georgia. Leider. Denn alle Songs klingen von Anfang bis Ende gut arrangiert, grooven durchweg und bieten allesamt genug hookige Linien, um von jedem Konzertbesucher auch ohne Kenntnis nach einmaligem Hören mitgesungen zu werden.

Wo ist also das Problem? In der unverhohlen offenen Kreuzung aus A DAY TO REMEMBER und BLINK 182. Das Klanggewand zwängt dem Hörer die Paten regelrecht auf. Klarer Herzensbrecher-Gesang, schnelle Beats, hookige Drei-Akkorde-Riffs, selbst die dezenten Jung-Männer Chöre sind vorhanden. Ich kann so keinem Song etwas Negatives anhängen,
jedoch auch nichts Neues abgewinnen.  Brad Wyrosdicks Gesangslinien sind astrein, klingen aber so sehr nach Jeremy McKinnon, als wäre er sein jüngerer Brüder. Leider macht ja
die Stimme am ehesten noch den Unterschied, wenn die Band ansonsten instrumental für den Durchbruch auf Nummer sicher gehen will, und sich deshalb am Rezept erfolgreicher
Großbands orientiert. Schade.

Selbst die soften Popcore Ausbrüche sind in Songs wie "Head for The Hills" und "Waste My Time" enthalten, alles zurecht gestutzt auf eine Radiotauglichkeit, zu der sich A DAY TO REMEMBER erst über die Dauer von vier ganzen Alben hinentwickelt haben. Favoriten kann ich nicht herausfiltern, dafür funktionieren alle Songs auf "What We Left Behind" zu gut. Dadurch entfalten VEARA Vorhersehbarkeit der besten Sorte. Die Blaupause hat nebenbei auch einen Hintergrund, und der heißt Paten-Kollaboration. Jeremy McKinnon und  Joshua Woodard von ADTR waren massiv am Coaching der Band und am Aufnahmeprozess des Albums beteiligt. Man kennt sich halt, VEARA hatten außerdem lokal auf sich aufmerksam gemacht. Das spricht einmal technisch für die Band und auch für McKinnon und Co., die so junge Talente zu unterstützen. Wer dann letztlich entschied, die vier Jungspunde so klingen zu lassen, wie ADTR, bleibt wohl das Geheimnis von  Running Man Records und Epitaph, bei denen eine Band vom Schlag VEARA bestens untergekommen ist.

Die kommende Tour mit HAWTHORNE HEIGHTS und AFTER MIDNIGHT PROJECT passt da auf jeden Fall perfekt ins Konzept. So avanchiert "What We Left Behind" zur Empfehlung an alle, denen die Breakdowns von A DAY TO REMEMBER zu hart sind, ansonsten aber in ihren Melodien die neue Leidenschaft gefunden haben. Sollte sich beim Folgealbum einmal so  etwas wie musikalische Eigenständigkeit entwickeln, gibt es auch mehr als ein paar Anstandspunkte.

Review von Denis Winkelmann

 

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