| Mittwoch, den 09. März 2011 um 15:18 Uhr |
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RISE AGAINST "Endgame" SKALA 1 BIS 10: 10 RELEASE: OUT NOW MySpace / Facebook / riseagainst.com OUT ON: Universal / Interscope
Gott, wie ich Onlinestreams für kommende Alben hasse. Der dadurch sehr begrenzte Eindruck soll dann ausreichen, um brandneue Scheiben richtig einzuordnen und einzu-schätzen. Nun gut, sei es drum, denn Bands wie RISE AGAINST können auch mit gerade einmal eineinhalb minütigen Songschnippseln ordentlich klatschen! "Endgame" heißt die sechste Platte der politisch sehr aktiven Chicagoer und liefert zwölf wirklich endgeile Punkrock Nummern ab, die mit viel Drive, dem einen oder anderen Hardrock-Riff, und vor allem mit ganz großen Hymnen daher kommen. "Architects" rennt mit der hochtönigen Keule um die Ecke, poltert über den Hörer hinweg, tritt ihm ordentlich ins Gesicht, zuppelt mal locker noch'n kurzes Solo im Refrain und ist schon wieder weg. Bam! Schlag Nummer eins, geiler Song. "Help Is On The Way" macht mit einem ebenbürtigen Riff auf, gefolgt von treibenden Strophen und Tim Mcllaths wirklich charismatischen Stimme, mit der er dem Ohr säuselt, er habe die Träume seiner Mutter und die Augen seines Vaters, bevor der Refrain einen mit der Mitsingpassage "Help is on the way!..." davon trägt. Der durch Kinderchor eingeleitete Song "Make It Stop (September's Children)" ist dann eine schicke Midtempo-Nummer für's Radio Airplay. Das Intro erinnert an "Boulevard Of Broken Dreams" von GREEN DAY, ebenfalls so eine Can't-Get-The-Song-Out-Of-My-Head-Nummer, zu der ich mich bekennen muss. "Midnight Hands" ist einer meiner Favoriten der neuen Platte, denn die Nummer macht einen auf richtig dicke Hose! Nein ehrlich, das Riff ist von schwergewichtigem Hardrock Charakter, gepaart mit tollen Gesangslinien und coolen Textzeilen, wie: "[...] I feel my temperature rising [...]". In "Broken Mirrors" beißen dann alle Bandmitglieder dick auf's Kuhleder und präsentieren swingende Countryrock-Elemente, bevor der Refrain (und das scheint auf "Endgame" fast ein Fluch zu sein) alle Zweifel an gewählten musikalischen Stilmitteln vergessen lässt. "Wait For Me" ist ein weiterer Favorit meinerseits, besticht er doch durch eine tolle Dynamik zwischen Strophe und Refrain, Mcllaths beklagenden Gesang und dem Chorushacken von der Größe eines Elefanten. Satte Punkrock-Kost auf hohem Niveau liefern RISE AGAINST dann noch mit "Disparity Of Design", "Satellite", "Endgame" und "Suvivor's Guilty" ab, bei denen sicher jeder Song für sich seine eigenen Liebhaber im Volk finden wird. Mein Anspieltipp hier wäre der letztgenannte. Was hört man dann da noch? "A Gentlemen's Coup" entzückt mit leicht vertrackten Strophen durch Offbeat, die angenehme Albumnummer "This Is Letting Go" reiht sich brav hinter größeren Songs aus dem Openerbereich ein. Wie die großen Hymnen geschrieben werden, wissen RISE AGAINST schon eine Weile, man erinnere sich nur an "Long Forgotten Sons" oder "Savior". Sicherlich erklingen sie mit "Endgame" anno 2011 nicht anders, als auf "Appeal to Reason" im Jahr 2008. Aber bei einem derartig packenden Album ist mir das Wurstbrot - kaufen! Review von Denis Winkelmann |