Dienstag, den 08. März 2011 um 12:07 Uhr

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STONE SOUR "Audio Secrecy" 

SKALA 1 BIS 10: 6

RELEASE: OUT NOW

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OUT ON: ROADRUNNER RECORDS

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"Bam-Ba-Dam-Dam-Bam!" donnert der Longplayer No.3 von SLIPKNOT melodischerer Hälfte los, nachdem das sehr melancholische, ja bedrohliche Pianointro durchlaufen ist. STONE SOUR war ja nun schon immer mehr als nur ein Nebenprojekt eines der bekanntesten Schreihälse der Hardrock- und Metalszene. Rückwirkend bin ich aber davon überzeugt, dass der Zirkus aus Iowa von Herrn Taylors Ausflug in den melodischen Hardrock profitiert hat. Was gibt es für den Hörer nun Verborgenes aufzudecken?

Viel Melodie auf jeden Fall, soviel vorweg. Nachdem "Mission Statement" eher ein Okay verdient hat, überzeugt "Digital (Did You Tell)" mit fettem Drive und einer tollen Hookline sowie einem verschrobenen Solo. Danach kontert dann das straighte "Say You'll Hunt Me" mit ganz viel melodischem Hardrock und einer coolen "Together, Forever!" Hook von Corey Taylor im Refrain. So passt das! Als erste Halbballade präsentiert sich "Dying", hier mit fließendem Aufbau, plötzlichem Ausbruch und einem klangvollen Solo im Mittelteil.
Wer dem alten Sound der Jungs mit seiner Mähne huldigen will, hat unter anderem mit "Unfinished" "The Bitter End" (geiiilller Mittelteil!) und "Nylon 6/6" gute Karten,denn hier dominieren echt geile Stampfbeats, gepaart mit fetten Bratengitarren und einem ganz gnatzigen Taylor. Die ganz bösen Shouts früherer Ausbrüche sind zumindest bei STONE SOUR erstmal Geschichte. Dann plötzlich, einfach mal zwischendurch, zaubern STONE SOUR mit ihrer Ballade "Hesitate" eine Gänsehaut auf die Arme. Corey gehört zu den wenigen ganz harten Jungs, der (zumindest mir) immer wieder die Tränensäcke kitzelt. Definitiv einer der besten Songs auf der Platte, einfach, weil er ehrlich schön ist. Das Gefühl ähnelt dem ersten Hören von "Bother" ihres Debüts.

"Miracles" liefert dann als zweite tolle Ballade einen weiteren Höhepunkt. Jim Root und Josh Rand überzeugen hier mit viel Fingerspitzengefühl auf ihren Griffbrettern und zupfen eine Menge schöner Flasholettes neben guter Rhythmusarbeit. "Pieces" geht dann als Midtempo-Song halbwegs durch, während "Imperfect" die Wohlfühlkurve dann wieder fast schon unverschämt hoch reißt. Wieder ist's eine Ballade, wieder punktet Chor-Corey im Refrain (und eigentlich den ganzen Song über) mit seiner Stimme. Das relaxte Solo lässt das Hirn bei geschlossenen Augen dann super durch die Trauer gleiten, danke dafür. Das Ende der Scheibe schleppt sich mit "Threadbare" etwas dahin und erstirbt schliesslich ganz im einem Fadeout. Der Gesamtmix von "Audio Secrecy" bedient sich stark des bewerten "Come What(ever) May" Prinzips, was auch an Produzent Nick Raskulinecz liegt,
welcher den Vorgänger produzierte. Diesmal aber wird die Langrille dominiert durch eine trockenere Instrumentalisierung und ein dunkleres Songwriting. Das macht STONE SOUR auf Albumlänge diesmal weniger eingängig als beim letzten Mal, dafür aber auch angenehm dreckiger. So können STONE SOUR mit viel Prog-Rock Charakter anno 2010/11 nicht so überzeugen, wie mit ihrer letzten Scheibe. Es ist dennoch ein solides Album geworden.

Review von Denis Winkelmann

 

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