Mittwoch, den 01. Juni 2011 um 16:35 Uhr

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FOUNDATION

"When the smoke clears"   

SKALA 1 BIS 10: 8

RELEASE: OUT NOW

MySpace 

OUT ON: Bridge 9

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Die ersten Töne: verzerrte Gitarren. Einsatz: angry voice. Ich lokalisiere: eindeutig Tough Hardcore. Dieser 90er sXe-Style mit Metaleinfluss, der irgendwie die letzten Jahren einen auf Aussteiger gemacht hat.  Der, von dem sich die Kids den 2-Step Dancestyle abgeguckt haben. Na, na? Habt ihr darauf auch so gewartet wie ich? Kinder, ich sag euch – es ist Weihnachten! Äh ja, also bildlich gesprochen…

Foundation sind fünf Jungs aus Atlanta (Georgia, US), die Bands wie Indecision als Einflüsse angeben und diese sogar für ihre Record Release Show am 30. April 2011 gewinnen konnten. Und genau wie diese auch, gehören sie in den Bereich des sogenannten „Positive Hardcore“, die Wut und soziale Strukturen thematisieren, dabei dem Zuhörer immer auch die Chance offen lassen, sich seine eigene Meinung zu bilden und nicht gleich zum Misanthropen zu mutieren. Im Gegensatz zu den militanten Vertretern der 90er Jahre wie Earth Crisis, Morning Again oder Strife geht es bei Foundation aber weniger um das missionarische Vorgehen – soziale Kritik und die metallischen Riffs dieser Ära stehen hier eher im Vordergrund. Sie gehören zur neuen Ära des Straight Edge, die für ihr Label Bridge 9 Nachfolger der bereits aufgelösten Champion und Have Heart sind. Mit letzteren und auch mit Bane haben die Jungs bereits die Bühne geteilt.

Mit einer markanten Stimme von Sänger Tomas Pearson werden die Gedanken eines jungen Erwachsenen über gesellschaftliche Verhältnisse erzählt, der analytisch die Frage zu beantworten versucht, woher die Lethargie der Kids herkommt mit der Intention, genau diese, die als Hörerschaft die Zielgruppe bilden, aufzurütteln und Zustände nicht immer nur als gegeben und unumstößlich zu betrachten. „It’s so easy to pass out judgement when you take no fucking risks“ kommt dabei dann beispielsweise im Song “No Cure For Fools” heraus, oder auch die Feststellung “No One Writes Protest Songs Any More”. Die musikalische Begleitung sind dabei treibende Beats, gut dosierte Breaks, mitreißende Shouts und Moshparts, die einen unweigerlich aus dem eintönigen Kopfnicken herausreißen und diesen Drang versprühen, in die Meute zu springen und mal ein bisschen die Luft mit Einsatz der guten alten Windmühle durch zu wirbeln. Genauso wirbeln Foundation die derzeitige, stark geschrumpfte Straight Edge Szene auf. Und, das muss man feststellen, sie sind definitiv eine Liveband. Eine die Energie freisetzt, der man sich nicht entziehen kann und deren Teil man sein möchte.

Man kann gerne die Besorgnis äußern, dass bei derartiger Musik und der Dichte der Moshparts das Volk der Violent Dancer doch geradezu aufgefordert wird, wild und rücksichtslos um sich zu schlagen. Und sicherlich wird es diese sogenannten Bollos bei öffentlichen Vorführungen der Musik von Foundation geben. Aber wie so oft werden das wieder diejenigen sein, die nicht wirklich zuhören, sich nicht auf Texte einlassen und quasi nur die Geräuschkulisse für ihren Turnverein suchen. Wer jedoch keinen Kompromiss zwischen intelligenten Texten und harter Musik machen möchte, wer immer noch gerne Most Precious Blood oder Down To Nothing hört, der wird in Foundation eine Bereicherung finden.

 

Tracklist : 

  1. Purple Heart
  2. At Your Mercy
  3. Devotion II
  4. A Thousand Ways
  5. Anthem For Redemption
  6. Calloused
  7. No Cure For Fools
  8. No One Writes Protest Songs...
  9. Never Stops Raining
  10. The Sound Of Arson


 

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