| Montag, den 30. Mai 2011 um 16:00 Uhr |
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The Faceless Location: Magnet Date : 29.05.2011 Line Up : The Faceless, Born of Osiris, Veil of Maya, Gorod Sumerian Records schickt drei seiner Hauptzugpferde auf Rundreise durch Europa und der MAGNET, jüngst Schauplatz allerhand metallischer Hochkaräter, hieß THE FACELESS, BORN OF OSIRIS und VEIL OF MAYA herzlich willkommen. Deathcore, Progressiv Frickeleien und ein Lichttechniker zum Fürchten … Wir waren dabei. Die Franzosen GOROD komplettierten als einzige Europäer den ansonsten amerikanisch dominierten Abend und durften gleich als erste auf die Bühne. Pünktlich um 20 Uhr gingen auch noch die letzten Lichter aus - als ob es vorher nicht schon dunkel genug war. Der Magnet zeigte sich locker gefüllt, ein wenig verwunderlich, bedenkt man die Ticketpreis von gerade mal 16 €. Solche Fast-Geschenke bekommt man bei Bands dieses Formats hier in Berlin viel zu selten. Ein dickes Lob an den Veranstalter. Trotz Opener-Status war den Jungs aus Bordaux das hohe Maß an Spielfreude anzusehen, und sie zockten ihr Set aus groove-lastigem Frickel-Death äußerst souverän aber leider weitestgehend ohne Publikumsbeteiligung runter. Besonders Bassist Benoit Claus sorgte mit einer Bühnenpräsenz die für drei Musiker gereicht hätte und einem “Wenn-meine-Finger-noch-schneller-spielen-dann-fress’-ich-sie-auf”-Blick für eine eindrucksvolle Show und gibt seinem 3 Punkt-Bass-Gurt eine solide Daseinsberechtigung - der Junge hat ihn wirklich nötig. Als Entlohnung für die 30 min gab es reichlich Applaus und anerkennende Blicke der armverschränkten Musikerpolizei. Die Chicagoer VEIL OF MAYA forderten der arg schwitzenden Masse da einiges mehr ab. Schon mit dem ersten Akkord stand der 7m Moshpit, und wurde mit “Unbreakable”, “ Dark Passenger”, “Pillars” und “We Bow in its Aura” fleißig am Leben erhalten. Dauerhaft verspielt-melodischer Deathcore zum Ausrasten. Besser geht es kaum. Leider setzten sie mit “Its not safe to swim today” bereits nach 20 min. ein dickes Ausrufezeichen hinter ihr eindruckvoll intensives, aber insgesamt viel zu kurzes Power-Work-Out. Hier hätte sich der eine oder andere sicher mehr gewünscht, da Marc Okubo und Co. sich äußerst selten in die Bundeshauptstadt verirren. Viele Fans bestätigten im Anschluss allein wegen VoM dagewesen zu sein. Trotz des guten Eindrucks wäre hier sicherlich mehr zu holen gewesen. Des einen Leid ist des anderen Freud und BORN OF OSIRIS konnten von den bereits vorgewärmten Fans profitieren - als ob die lächerlichen Deckenkreisel die stickige Luft auch nur im geringsten hätten verändern können. Soundtechnisch massiger, da zur zweiten Gitarre noch breit gesetzte Synthies und ein zweiter Sänger drauf kamen aber vorallen deutlich fitter als noch vor einem halben Jahr, als sie mit Darkest Hour auf der selben Bühne standen, präsentierte die jüngste Band des Abends unter anderem Material aus ihrem neuen Album “The Discovery”. “Open Arms to Damnation” und “Recreate” waren nur einige Songs im ebenfalls zu kurzen Set, was aber mit den Mosh-, Spring- und Rempelorgien vor der Bühne das intensivste des Abends war. Der helle Wahnsinn möchte man sagen und träfe damit den leuchtenden Nagel auf den Kopf. Eine exzessive Nutzung der am oberen Bühnenrand angebrachten “Blinder”- Leiste lässt hier nur zwei Forderung zu: Entweder neuer Lichttechniker oder gratis Sonnenbrillen zu jeder Konzertkarte. Das war schon arg nervig ... Genug Zeit zum Verschnaufen gaben THE FACELESS mit ihrem ausgiebigen Soundcheck - Das Vorrecht des Headliners. Das Ergebnis ließ sich aber sehen bzw. hören, und gegen 22.45 stand die Bühne ganz im Zeichen der Frosch-Grünen Klampfe von Michael Keene. In ihrer geringeren Eindringlichkeit und hohem Level an Komplexität, ist die Musik von The Faceless vielleicht eher was für Langhaar-Mäcken-Schüttler als Arm-Rotierende Cappi-Träger. Liebhaber konnten sich aber trotzdem unter Anderem an “Prison Born”, ”Legion of the Serpent” und dem neuen Song “The Eidolon Reality” erfreuen. Eine durch und durch makellose Darbietung, die in ihrer Perfektion ein wenig Nähe vermissen ließ. Denn bevor sich stimmungsentsprechende Bewegung in der bereits dezimierten Masse einstellte, mussten erst Klassiker vom Format “An Autopsy” angestimmt werden. Leider war kurz darauf mit “The Ancients Covenant” schon wieder alles zu Ende und gierige “One-more-Song” Rufe blieben abgesehen von einem aufgesetzten Shake-Hands und ein paar Plektren fürs Publikum unberücksichtigt. Kopfschüttelnde Reaktionen - nur nicht im positiven Metal-Sinn. |