Ich hätte nicht gedacht, dass das schon so lange her ist, dass Patrick Flynn, Ryan, Hudon, Kei Yasui, Ryan Griggs und Shawn Costa ihre letzte Show spielten. Mehr als 1 Jahr ist vergangen, seit die Jungs von Have Heart, im Club Lido in Revere, MA, beim Edge Fest, ein letztes Mal auf die Bühne traten, um für uns zu spielen. Für mich ist eine Band wie Have Heart weiterhin Teil meiner täglichen Playlist. Sie sind, zumindest für mich, einfach nicht wegzudenken. Deswegen bin ich froh, dass ich so kurz vor Weihnachten die Gelegenheit bekomme das Vermächtnis einer Band, die viel zu früh das Zeitliche gesegnet hat, in den Händen halten zu können.
Mit „10.17.09“ haben Have Heart nun ein DVD/CD Package veröffentlicht, welches den finalen Gig der Band ins heimische Wohnzimmer holt.
Der ein oder andere Kritiker wird sicher sagen, warum singt der Kerl nur die Hälfte der Zeit, andere werden sagen, dass das Filmmaterial zu neblig oder der Sound zu schlecht sei. Andere wiederum werden sagen, dass Schnitt und Kameraführung zu einfach und berechenbar sind.
Doch für alle anderen wird es eine Stunde voller Gänsehaut, voller Emotionen und Leidenschaft. 21 Songs pure Intensität. Ich kann nicht genau sagen wann die Gänsehaut eingesetzt und wann aufgehört hat, hier wird in einer beeindruckenden Bildersprache all das transportiert, wofür die Band steht.
Hardcore ist Live Musik, so drückt es zumindest Patrick Flynn auf Inlay der DVD/CD aus, er gehörtnicht ins Studio, er gehört auf die Bühne und der Musik der Moment. Und diesen Beweis erbringt er mit seiner Band, denn genau das bekommt der geneigte Zuschauer auf dieser DVD, in jeder Sekunde und Minute der Show, zu sehen. Have Heart waren nicht nur die Vorreiterband des modernen Oldschool Hardcore, sondern auch Live eine eigene Liga.
Mit der Setlist der Show kann man mehr als nur zufrieden sein. Für mich bleibt kein Wunsch offen. Von the machinist über something more than ink, armed with a mind, bis hin zum Finale mit the unbreakable und watch me rise sind alle Klassiker der Band dabei.
Das Menü der DVD überzeugt durch seine Schlichtheit, reduziert auf die Möglichkeit die Show inGänze oder jeden Song einzeln anzuschauen. Gleiches gilt für das Artwork, qualitativ hochwertige Fotos stimmen darauf ein, was beim baldigen Seh- und Hörvergnügen erwartet. Ich will den Leser, als Euch, noch kurz auf Patrick MB Flynn’s Worte im Inlay des DVD/CD Package hinweisen, treffender können Bandbeschreibungen oder Final Last Words nicht sein.
Für jeden Have Heart, für jeden Genrefan, ein absolutes Muss. Für alle anderen kann ich nur sagen, holt Euch die DVD, so soll und muss sich Hardcore auch im Jahre 2011 aussehen und anhören.
Sinnvoller kann man Oma’s Weihnachtsgeld nicht ausgeben!
1. Hard Bark on the Family Tree 2. The Machinist 3. Life is Hard Enough 4. Watch Me Sink 5. Same Sun 6. Bostons 7. Lionheart 8. Get The Knife 9. On the Bird in the Cage 10. Intro/To Us Fools 11. Something More Than Ink 12. Pave Paradise 13. Armed With A Mind 14. Brotherly Love 15. What Counts 16. No Roses, No Skies 17. Intro II/Old Man 18. About Face 19. The Unbreakable 20. Watch Me Rise
Victorys Horrorpunk-Hardcorer werfen ihr fünftes Album "Disguises" auf den Markt und somit auf auf meinen Tisch. Die Küchenbestecksammlung "Knives" aus dem Jahr 2009 ist mir eher unangenehm im Verdauungstrakt zurückgeblieben, zumindest aber so hartnäckig, dass ich sofort ahne, was mich erwartet.
Vorweg gebe ich zu, dass ich mit Horrorpunk nie sehr viel anfangen konnte, weder musikalisch noch optisch. AIDEN gehörten demnach auch nicht zu meinem Repertoire aufbauender Musik für den allwöchentlichen Montag. Dem Werdegang der Band kann ich über die Zeit jedoch eine Reife anerkennen, die sich von rein atonalem Kreisch-Geballer hin zu melodischem Grusel-Punkrock entwickelte. William Francis Stimme haftet zudem ein hoher Wiedererkennungswert an. Alles positive Feststellungen, die eine Band lange im Geschäft platzieren kann. Richtig, kann.
"Disguises" fährt verglichen mit "Knives" einen schwereren Klang auf. Der Punk ist in den meisten Songs deutlich breiteren Rockeinflüssen gewichen, ohne die Gitarren ihrer Drei-Akkorde-Riffs zu berauben. "Horror Queen" schraubt sich mit einem zu bekannten Hardcore-Riff ins Ohr, ohne mich stilistisch vom Hocker zu reißen. Auch "Portrait of the Artist" und "Perfect Muse" reiten auf durchschnittlichem Tempo durch das Zimmer und versprühen unpassende Halloweenstimmung. Pluspunkte machen "ReEvolver", "Shine" und "Malevolent Conversion" dank Besinnung auf eine punkige Attitüde, in der dann auch mittelmäßiger Gesang Platz findet. Hier verdeutlicht sich dann auch wiederholt AIDENs Schwäche meiner Meinung nach: William Francis Organ ist mehr Gröllröhre als Melodieträger. Nun ist der Gefallen an stimmlicher Färbung reine Geschmackssache. Es ist deutlich rauszuhören, dass sich der Frontmann an festen Linien mittlerer Tonlage versucht hat, um die allzu hysterische Tonsprünge vergangener Tage zu vermeiden. Hängen bleibt von den oft chorgestützten Bögen gar nichts. Das Songwriting hätte so viel mehr Kraft und Tiefe erzeugen können, wenn es passender und durchdachter angewendet worden wäre. Das gilt für den Gesang sowie für die Instrumentalisierung. In diesem Aspekt können AIDEN nur mit der Single "Hysteria" solide überzeugen.
AIDEN-Fans alter Tage dürfte die Platte an vielen Stellen zu sehr schleppen, Hardrockern könnten sich am grusligen Inhalt den Magen verderben. Ob das Cover von ALKALINE TRIOs "Radio" daran etwas positiv verändert, glaube ich nicht. Der Horror ist "Disguises" nicht geworden, hätten AIDEN dieses Album jedoch als Film produziert, würde mein Fazit lauten: Blutleere Inzenierung mit durchschnittlichen Akteuren.
Denis 2011
Montag, den 19. Dezember 2011 um 19:24 Uhr
Cynic
Chimp Spanner
Unsoul
Stadt: Berlin
Datum : 16.12.2011
Location : Cassiopeia
Der Konzertkeller des Berliner Cassiopeias wurde am 16.12. zur Pilgerstätte der Saitenquäler. Liebhaber von Experimetal und Musika Extravaganza kamen um CYNIC, CHIMP SPANNER und UNSOUL zu sehen. Wird waren dabei.
Der Berliner Localsupport beschert Einmarschmusik jenseits des Einheitsbreis. UNSOUL überzeugen bereits seit Jahren mit Prog-Metal weit außerhalb der ausgelatschten Trampelpfade. Da wird experimentiert, provoziert und generell anders Gedacht. Der „Alternative“ Geist, er findet sich in Riffing, Struktur, Melodik und auf der Bühne. Das 20€ Xylophon mit Gaffa-Tape auf dem Keyboard Ständer fixiert. Der mitgebrachte Kombovertsärker auf 2 Kästen Jever. Leidenschaft triumphiert über Kommerz. Greifbare Proberaumatmosphäre bei den neuen Stücken „Francotirador“ und „Wauzi“. Näher dran geht’s nicht. Zynisch wird um Facebook-Likes gebeten, da ohne eine digitale Gefolgschaft in X-Stelliger Höhe man ja sowieso kein Selbstvertrauen, keine Kompetenz und selbstverständlich keinen Erfolg haben kann. Als Belohnung fürs erscheinen des harten Berliner Fan-Kerns dürfen die Haare zum Lepra-Klassiker „Dance your Legs Off“ dem Nebenmann ins Gesicht geschleudert werden. Toller Auftakt. „The Black Move“ bildet die Brücke zur zweiten Vorband CHIMP SPANNER.
Erstmalig in der Bundeshauptstadt sammel die UK-Prog-Metaller Bonuspunkte. Haben die Jungs doch wegen Organisationschwierigkeiten extra auf ein paar Minuten ihrer wertvollen Spielzeit verzichtet, damit Unsoul nicht nach 2 Songs schon wieder die Bühne verlassen müssen. Das ist fair. Das ist sympathisch. Das gibt ein Facebook Like Extra. Die Digitalisierung und der damit einhergehende Fortschritt des 21. Jahrunderst dominieren. Gittarensounds á la Djent aus der Axe-FX Retorte, Beamer Projektionen, Midi gesteuerte Lightshow mit Moving Heads. Hier wird nichts dem Zufall überlassen. Ein Rechner gestütztes High-End Prog-Metall-Geballer mit Verstand. Bevor man mit halbgaren Lyrics, Potential zur Kritik schafft, lässt man diese auch gleich ganz weg – genauso wie Ansagen. 40 Minuten führt der auf den bürgerlichen Namen hörende Paul Ortiz das Cassiopeia durch sein Soloprojekt und durch die Alben „Imperium Vorago“ und „At The Dream's Edge“. Das Synthievollplayback verkittet die einzelnen Tracks zu einem Stakkato zerhackten Gesamtsaitenklotz. Endlossoli und Spielfreude pur. Man erntet damit größtenteils anerkennende Blicke. Musiker und Freunde moderner Stage- / und Marketing Ästhetik freut es sichtlich. Analogfreunden gefriert bei soviel Distanz und künstlichem Auftreten aber sicher das Bier in der Hand. Eine Ansage gab es anschließende dann doch noch: Kauft T-Shirts!
Die größte Leuchte des Abends bilden aber Cynic - Für viele Bands Inspiration und unerreichtes Vorbild in Komplexität und Struktur. Ein Hauch von Exklusivität dem erlauchten Kennerkreis anzugehören. Das kleine Cassiopeia mit der nur 50 cm hohen Bühne präsentiert die US-Prog Größen zum anfassen. Noch näher dran und man muss sich die Gitarre selbst umhängen. Ausverkauft sieht zwar anders aus, aber gut gefüllt reicht auch. Mit „Carbon-Based Anatomy“ gibt’s einen neuen Track vorne weg, „Evolutionary Sleeper“ und das Must-Know „How Could I“ hinten dran. Nach “Adams Murmur” und “Celestial Voyage” fällt es aber langsam auf. Mit „King Of Those Who Know“ und „Veil of Maya” bekommt man Gewissheit. Man hat nicht das 360 Grad Grinsen im Gesicht hat wie es eigentlich der Fall sein sollte. Sound und Setlist sind durchdacht wie die Lightshow, nur die Band an sich will nicht leuchten. Dezent unmotiviert und latent lieblos wirken die Vollprofis um Paul Masvidsal. Zweitgitarre und Bass wurden jüngst erneut gewechselt – der Langzeit Cynic‘er zählt schon längst nicht mehr mit. Ob es aber wirklich an den neuen Mitgliedern und den kleinen Verspielern liegt? Großes Publikumsengagement erwartet man bei Jazz geschwängertem Fusion/Prog Metal ohnehin nicht – ein Urteil fällt schwer. Aber ein etwas weniger distanziertes Auftreten – besonders in so kleinen Rahmen – hätte es sicher ruhig sein können. So verbleibt man lieber bei „Integral Birth“, „Box Up My Bones“ und „The Space For This“ bevor man in Richtung Nightliner verschwindet. Tolles Konzert, aber eben doch nicht in dem Maße überragend wie man es eigentlich gern gehabt hätte.
Ich muss ja zugeben, dass ich das Album “Death Dealers” von Adept ein wenig vor mich hingeschoben habe, da die Vorbereitungen für die A Day To Remember Tour und die bevorstehenden Interviews. Doch kurz vor der Show nahm ich mir die Ruhe um reinzuhören. Schließlich ist die Band das erste Signing beim brandneuen Label Panic & Action, von Peter Ahlqvist (Burning Heart Records) und Eric Höjdén (Kid Down). Was mich natürlich auch anderes, auch aufgrund des Debüts der Jungs, erwarten ließ, da wir eben bei Schweden an alles, nur nicht an Metalcore denken. Aber ich wurde mehr als positiv überrascht. Was mich hier erwartete war ein absolutes Meisterwerk des Genre. Mitreißende Melodien, brachiale Moshriffs und Subbass, der direkt in die Magengegend landet. Gesanglich liegt man ganz vorne und holt alles raus was nur geht. Refrains die zum mitmachen einladen, Breakdowns wie wir sie gern haben, gepaart mit einer satten Prouktion, so muss gute Musik klingen. Mit Songs wie „The Lost Boys“ oder "The Ivory Tower" zeigen Sie uns was im Jahre 2011 in diesem Genre noch möglich ist. Death Dealers’ klingt, wie man sich manch anderes Album Großgewichtiger Bands gewünscht hätte. Außerdem muss man in diesem Kontext die Leidenschaft der Jungs erwähnen. Diese ist in jedem einzelnen Song zu spüren. Was ADEPT uns auf den Plattenteller gepackt haben ist absolut authentisch.
FAZIT: ADEPT sind für mich eine der heißesten Bands im Bereich Metalcore in diesem Jahr. Ich hoffe sehr, dass Label und Management der Band für gute Tourkombinationen und Festivalbookings sorgen, denn “Death Dealers” muss einfach der passenden Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Es ist einfach ein großartiges Stück Musik! Außerdem ist eines sicher, mit der Leidenschaft die, die Jungs an der Tag legen, stecken sie so manche Ami Band mehr als nur in die Tasche! Absoluter Kauftip!
Tracklist :
01. First Round, First Minute 02. The Lost Boys 03. No Guts, No Glory 04. This Could Be Home 05. At World’s End 06. By The Wrath of Akakabuto 07. I’m A Failure, You’re A Tragedy 08. Hope 09. Death Dealers 10. The Ivory Tower 11. From The Depths Hell 12. This Ends Tonight
Dienstag, den 15. März 2011 um 18:10 Uhr
AUGUST BURNS RED
Location: Magnet / Berlin
Date: 03.10.2010
LineUp: August Burns Red, Bless the Fall, Of Mice & Men
Wir schreiben das Jahr 2003. Jon Hershy führt mit seiner Highschool-Flamme namens August eine Beziehung, die jedoch alles andere als harmonisch verläuft, so dass er sich gezwungen sieht ihr ziemlich schnell wiedet den Laufpass zu geben. Wäre der Großteil der weiblichen Wesen in Trauer versunken, so entschließt sich August zu einer Furie zu mutieren. Jon zählte zu seinem Leben einen Irish Shetter namens Redd. Diesem wiederfährt allerdings ein grausames Schicksal, als August sich dazu hinreißen lässt, sich zu rächen und ihn lebendig in seiner Hundehütte zu verbrennen. Kommentiert wird dies am folgenden Tag von der Lokalzeitung mit der Überschrift: „August burns Red“. So finden die Jungs aus Lancaster, Pennsylvania nach kurzer Zeit ihren Namen.
7 Jahre später, die Highschool bereits hinter sich gelassen, haben August Burns Red sich gut in den christlichen Metalcore etabliert. Touren mit As I Lay Dying oder Misery Signals reihen sich bereits in ihre Biografie ein. Nun steht wieder ein Besuch in Berlin an. Mit dabei: Bless the Fall und Of Mice & Men. Schnell sieht man wie begehrt dieses Packet ist, denn schon zwei Wochen vorher heißt es: Ausverkauft!!! Nachdem immer wieder aufs Neue doch noch Karten auftauche, steht es dann nach einigem hin und her doch fest!
Schon eine halbe Stunde vor dem Anpfiff füllt sich das Magnet ungeahnt rasant, während aus den Boxen die knallenden Klänge von Burning Skies dudeln. Kurz nach Neun baut sich auf der Bühne eine dichte Nebelwand auf, die durch dumpfe Scheinwerfer erhellt wird. Als Intro ertönt „A Milli“ und gleich springen Of Mice & Men auf die Bühne. „Those in Glass Houses“ wird sofort in die Menge gescheppert, das Magnet dreht durch und das Sold-Out-Feeling findet den Weg in die Gemüter. Unter den vielen Capträgern gibt es kaum jemanden, der sich diesem Post-Hardcore mit brachialen Breakdowns, klarem Gesang und tiefen, kraftvollen Shouts, entziehen könnte. Als dann auch der zweite Klassiker, der Jungs aus Southern California, „Second&Sebring“ anballert, zeigt sich, dem hervorragendem Debütalbum, welches in diesem Jahr erschien, steht die Live Performance in Nichts nach. Auf und vor der Bühne wird herumgesprungen und man will einfach nicht schlapp werden. Als sich „They Don´t Call It the South for Nothing“ in die Setlist einreiht, ist der einzige Blickfang nur Bassist Dane Poppin, der sich auf rätselhafte Weise durch die Masse an Gästen kämpft und plötzlich auf dem Tresen stehend, auf die Saiten einschlägt und sich dann in der Horizontalen hin und her wälzt. Wie man es sich denken kann, wird dies von Sänger Jerry Roush nur mit einer wüsten Handgeste bekundet. Mittlerweile steigen die Temperaturen, doch der Frontmann weiß immer noch zu begeistern. Mit einer kleinen Reise in seine Highschoolzeit, als er noch Deutschunterricht hatte, wird mit seiner Erinnerung an Fragen wie „Darf ich bitte auf die Toilette gehen?“ ein Lacher bei fast jedem erzielt. Der finale Song spielt ein, voller Erschöpfung legt sich die Band auf den Boden während die finalen Minuten gespielt werden und nach vollen 30 Minuten, die einem wesentlicher kürzer vorkamen, ist der erste Berliner Gig geschafft und Alles im Magnet ist überzeugt – Of Mice & Men: eine wahnsinnig gute Wahl.
Phoenix, Arizona schicken zur Unterstützung die Post-Hardcorler Bless The Fall. Beau Bokan und seine vier Mitbestreiter an den Instrumenten lassen es nicht minder krachen, als sie kurz nach ihrem marschierend, melodischem Intro auf die Bühne stürtzen. Schon während des ersten Songs erheben sich die ersten Hände zu einem schwankenden Meer und trotz der dominierenden Cleanvocals weiß man sich zu Breakdownparts zu bewegen. Von Bassist Jared Wrath kommen die Shouts, was dem Ganzen gewissten Druck und Härte verleiht. Auch sie betreten das erste Mal die Magnet Bühne und fühlen sich sofort spürbar wohl, was man besonders daran sieht, dass sie sehr publikumsnah besonnen sind. Wirklich beeindruckend ist, wie es der Leader schafft, die Fans mit Aufforderungen zu Stage Dives und Moshparts im Griff hat. Bei soviel Party dürfen Songs wie „Rise Up“ oder „Hey Baby“ natürlich nicht fehlen. Die Laune kommt umso mehr, als auch Beau sich an den Shouts probiert, die Gitarren ihre üblich fetzigen und abwechslungsreichen Riffs zocken und Drummer Matt Traynor auf die Trommeln schmettert. Das sich hier nun schon einige mehr als bei OM&M drängen, ist für das Verhindern der Schweißproduktion nicht gerade ideal, baut allerdings ein super Feeling auf, was sich dem Motto „Let´s Party“ als durchaus dienlich erweist. Auch Bless the Fall haben Interesse an einer kleinen Deutschstunde und lassen sich das charmante Wort „Schnapsdrossel“ nahelegen. Und gleich darauf ist es auch wieder vorbei. Der Sound war klasse, die Stimmung auch, die Stilumsetzung … Naja. Trotzdem lässt man sich die Vorfreude auf den Hauptact nicht nehmen und freut sich in einer weiteren Pause zum Luft schnappen, den Merchstand betrachten oder um das schon längst transpirierte Getränk aufzufrischen.
Um 21:54 geht dann das Licht aus, vor der Bühne herrscht das Schweigen Einzug. Plötzliches Flutlicht und wieder Stille. Als dann das Strobolicht den Raum erhellt und die Nebelmaschine auf Touren kommt, sieht man die ersten Bewegungen auf der Bühne. Applaus und Pfiffe, Electro-Intro und die Show beginnt! August Burns Red ballern sogleich mit ihrem Klassiker „Composer“ drauf los und die treibenden Drums werden sofort mit einem Moshpit bekundet. Das ausverkaufte Konzert feiert mit Temperaturen um den Siedpunkt und knallhartem Sound. Auch das zweite Stück „Thirty and Seven“ schlägt ein, ein Meer aus Händen kommt auf und Sänger Jake Luhrs lässt das Alpha-Tier raushängen. Man holt sich immer wieder Unterstützung im Publikum und sogar die ersten Stage Dives finden den Weg über die Köpfe der Menge. Obwohl der Sound weniger klar an die Ohren tritt, wird einem auf der Bühne ein einfach beeindruckendes Maß an Druck und Kraft geboten. Der Sänger hüpft von A nach B und auch die Instrumentalisten tauen immer mehr auf und neigen sich den Fans zu. Weiter geht es zu „Meddler“. Bassist Dustin Davidson an den Backvocals. Harte Breakdowns werden an intensiv melodische Parts gereiht, welche vom Sänger beeindruckend dominant in den Raum treten. Er springt von einer Ecke in die Andere, breitet die Arme über dem Publikum aus, als würde er über allem wachen und lässt sich unerwartet nach vorn fallen, um selbst zu Stage diven. Es geht weiter über „Marianas Trench“, melodisch ruhig und folgend wird rapides Tempo angelegt, zu bekannten Metalcorebrechern wie „The Truth of a Liar“ und „Back Burner“. Große Achtung bekommt die Band, als sich die Gesichter Tomatenfarben färben und der Schweiß von der Decke tropft, die Energie jedoch kein Stück nachlässt. Selbst ein schnelles HighFive mit Fans ist für den Gitarristen drin, man merkt: Die Band lebt ihre Songs durch und durch. „Redemption“ stellt nun das Ende dar. Druckvoll, Blastbeats und zum Schluss ein rollender Abgang. Händeklatschen und Zugaberufe. Ob da noch was kommt? Na aber! Und das nicht zu schlecht! Matt Greiner platziert sich und legt sofort mit einem Drumsolo los. Mit viel Tempo, treibender Doublebass sowie Standartbeats zieht er um die drei Minuten Alles in seinen Bann. Gleich darauf ertönen Sirenenklänge an den Gitarren und „White Washed“ gibt in den letzen Minuten noch einmal Grund zum Ausrasten und letzten Stage Dives. Und dann war es das auch endgültig.
Zusammenfassend: Of Mice & Men lieferten eine super Live-Show ab. Teilweise sogar noch besser als auf Platte. TOP! Bless the Fall waren sehr enttäuschend, denn obwohl sie eine Menge an Energie und Publikumskontrolle zu bieten hatten, litt die musikalische Umsätzung doch sehr. August Burns Red war, wie erwartet, ein absolut lohnenswerter Act. Kraft, Druck, musikalisch noch überzeugender als die Aufnahmen. Große Augen, konzentrierte Lauscher, offener Mund! Schlicht und weg: geil!
Setlist – August Burns Red:
01. Intro 02. Composure 03. Thirty & Seven 04. Meddler 05. Speech Impediment 06. Marianas Trench 07. Up Against the Ropes 08. The Truth of a Liar 09. Back Burner 10. Redemption 11. Drumsolo 12. White Washed